SXSW Review – Teil 1

Wie auch im vergangenen Jahr, hat sich ein großer Teil der Hype-Maschinerie im Vorfeld der SXSW 2012 darauf konzentriert, eine bestimmte App zum “Gewinner” der diesährigen Veranstaltung zu machen.

Nachdem in 2007 Twitter und 2009 Foursquare und das mittlerweile eingestellte Gowalla dort ihren Durchbruch in Sachen Nutzerzahlen und “Traktion” feiern konnten, sollten im vergangenen Jahr die Gruppen-Nachrichtendienste wie beluga oder groupme zu den Gewinnern zählen.

Keinem der Dienste ist das jedoch nach Twitter und Foursquare in vergleichbarem Maße gelungen.

Robert Scoble, der im Vorfeld genau wie letztes Jahr der SXSW, Gründer von diversen Startups in seinem Studio interviewt hat, hatte schon Wochen vor der SXSW 2012 “People Discovery”-Apps und im besonderen Highlight als Anwärter auf den App-Thron ausgemacht.

Welches Problem soll Highlight lösen?

Für die meisten SXSW Besucher ist “Networking” wichtiger als die Vorträge und Workshops der Konferenz. Entrepreneure sind auf der Suche nach Investoren, Gründer suchen Mitgründer für neue Projekte und auch ganz klassische “Dates” gehören zum Festival ganz klar dazu.

Highlight verbindet sich mit dem Facebook- oder Twitter-Account eines Benutzers, um Interessen und Merkmale daraus zu destillieren. Mithilfe von GPS Daten empfiehlt die Highlight-App dem Benutzer dann andere Highlight-Benutzer, die sich in der Nähe befinden. Grundsätzlich ist das eine gute Idee. Denn gerade auf der SXSW findet man definitv eine Menge Menschen, die das eine oder andere Interesse mit einem selbst teilen.

Allerdings kippt das Erlebnis oft, wenn man wieder nach Hause fährt und dann wochenlang nichts mehr von der App hört, weil mach einfach keine Konferenzen besucht oder nicht in Berlin lebt :) .

Die App hat momentan nur einen kleinen Haken. Der ist aber besonders im Kontext der Konferenz ein bedeutender. Highlight verlangt, dass das GPS-Modul im Android-Telefon oder dem iPhone ständig eingeschaltet ist. Wer Navigationssoftware oder ähnlich GPS-abhängige Applikationen unterwegs benutzt, weiss, wie schnell sich dadurch die Akkulaufzeit des Telefons auf wenige Stunden reduziert.

Was an Highlight und dem ebenfalls zu erwähnenden Mitbewerber “Glancee” aber in jedem Fall interessant ist, ist das ungewöhnliche und hakelige Interface-Pattern. Es ist eine seltsame Mischung aus Timeline und Newsfeed, welches versucht Personen und die Tatsache, dass der eine oder andere mögliche Kontakt nur innerhalb eines bestimmtesten Zeitfensters erreichbar ist. Grundsätzlich sollte ein wirklich relevanter Kontakt aber auch relevant bleiben, wenn die beiden Menschen sich nicht in unmittelbarer räumlicher Nähe befinden.

Auf Twitter wird schon, ganz nach der “Lean Startup”-Philosophie nach einem Pivot gefordert, also nach einer Anpassung der Strategie, nicht aber der Vision des Produktes:

Hier geht’s zum zweiten Teil, der sich zwei kleinen Überraschungen widmet, die der AppStore doch noch parat hatte.

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